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Massenvermehrung von Torfmoos zur industriellen Produktion eines nachwachsenden Substratausgangstoffes für den Gartenbau

Massenvermehrung von Torfmoos zur industriellen Produktion eines nachwachsenden Substratausgangstoffes für den Gartenbau
Ansprechpartner:

M. Sc. Ingrida Melkova

Förderung:

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Starttermin:

Juli 2017

Massenvermehrung von Torfmoos zur industriellen Produktion eines nachwachsenden Substratausgangstoffes für den Gartenbau

Massenvermehrung von Torfmoos zur industriellen Produktion eines nachwachsenden Substratausgangstoffes für den Gartenbau

Torf ist ein beliebtes Substrat im Gartenbau und wird aus Hochmooren gewonnen. Die steigende Nachfrage zerstört jedoch unwiederbringlich das Ökosystem, das für viele bedrohte Pflanzen und Tierarten Lebensraum bietet. Nur ca. 5% der Hochmoorflächen in Deutschland sind noch intakt geblieben, der Rest wird entwässert, abgetorft und teilweise in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt. Bei dem Torfabbau wird das in Mooren gespeicherte Kohlendioxid freigesetzt, was zur Steigerung der Gesamtemission Deutschlands beiträgt.

Um das zu verhindern, müssen die abgetorften, degradierten Moore wiederbelebt werden. Dafür wurde bereits eine Alternative gefunden, die Torfmoose. Sie können ähnlich gut auf den abgetorften Hochmoorflächen sowie auf Hochmoorgrünland wachsen. Der Anbau von Torfmoosen trägt nicht nur zum Klimaschutz bei, die aufgewachsene Biomasse stellt auch einen potentiellen Torfersatz dar. Damit kann dem Gartenbau ein nachwachsender und dauerhaft verfügbarer Rohstoff umweltfreundlich zur Verfügung gestellt werden, der in seinen Eigenschaften dem Torf ähnelt.

Dies wird jedoch durch eine geringe Verfügbarkeit von Torfmoosen als Saatgut verhindert. Um eine ausreichende Menge von Torfmoos zur Kultubegründung zur Verfügung stellen zu können, werden innerhalb des Projekts „Züchtung und Massenvermehrung von Torfmoos zur industriellen Produktion eines nachwachsenden Substratausgangstoffes für den Gartenbau" Methoden entwickelt, die erlauben, Torfmoose in einem Photobioreaktor in großer Menge zu gewinnen.  Dafür werden bei den Projektpartnern, Universität Freiburg und

Universität Greifswald, Wildformen von verschiedenen Torfmoosarten hinsichtlich ihres Biomassewachstums selektiert und anschließend züchterisch verbessert, um ihre Produktivität zu erhöhen. 

Mit der Kooperation der Universität Freiburg sollen die ausgewählten Torfmoose im Photobioreaktor artenrein kultiviert werden. Als zentral bei der Kultivierung gilt es zu bestimmen, welche Kulturparameter und Prozessführungsstrategien zu einem maximalen Torfmooswachstum führen. Für den industriellen Anbau von Torfmoosen ist es erforderlich, die Produktionsprozesse in einem großen Maßstab zu etablieren und optimieren.